Medizinische Ausbildung

Bis auf diejenigen Medizinschulen welche durch ROKPA INTERNATIONAL gegründet wurden, gab es bislang kaum Ausbildungseinrichtungen, um die tibetische Medizin weiter zu pflegen und weiter zu vermitteln – dies trotz ihrer starken traditionellen Verankerung in der tibetischen Bevölkerung.

Seit den fünfziger Jahren wurde allgemein auf westliche Medizin gesetzt. Dies birgt die Gefahr, dass mit der Zeit das wertvolle Wissen für immer verloren geht.

In den abgelegeneren Tätigkeitsgebieten von ROKPA INTERNATIONAL leben die meisten Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Die Anzahl Ärzte pro Kopf der Bevölkerung liegt weit unter dem westlichen Durchschnitt.

Ein weiterer Aspekt medizinische Ausbildungsmöglichkeiten zu fördern ist die Notwendigkeit der Schaffung sinnvoller Arbeits- und Tätigkeitsgebiete für junge Menschen – Berufe, die die Gesellschaft in ihrer Situation im heutigen Tibet wirkungsvoll unterstützen.

In den vergangenen Jahren hat ROKPA INTERNATIONAL einige Medizinschulen gegründet, welche die tibetische Medizin jungen Menschen umfassend vermittelt, damit sie ihr Wissen später umsetzen können.

Die Dauer der Ausbildung hängt vom schulischen Grundwissen der Studenten ab. In den meisten Fällen dauert sie neun Jahre, davon entfallen vier Jahre auf die Sekundarschule und fünf Jahre auf medizinische Ausbildung.

Im Sommer sind die Studenten in der Regel mit dem Bestimmen und Sammeln von Heilkräutern beschäftigt, im Winter verarbeiten sie diese zu medizinischen Präparaten.

Der Lehrplan ist demjenigen des Lhasa Tibetan Medical College angepasst, das über den höchsten Standard verfügt. Hauptfächer sind: tibetische Medizin, Astrologie sowie tibetische Sprache. Hier ist zu bemerken, dass die tibetische Astrologie als exakte Wissenschaft einen integralen Bestandteil der tibetischen Medizin darstellt.

Die Studenten verpflichten sich, nach Beendigung der Ausbildung während mindestens sechs Jahren in ihrem Heimatdorf zu praktizieren.

 
^ Anfang     < zurück     > weiter