Das ROKPA Kinderhaus


Das Kinderhaus in Kathmandu 

Waisenkinder und Kinder verarmter Familien enden oft in den Strassen, wo sie sich bettelnd und mittels Gelegenheitsarbeit über Wasser zu halten versuchen.

Bevor das erste ROKPA-Kinderhaus 1996 eröffnet wurde, platzierte ROKPA INTERNATIONAL aufgefundene Strassenkinder in Heimschulen und finanzierte den Lebensunterhalt, die medizinische Betreuung sowie die Bildung.

Heute werden im ROKPA-Kinderhaus ehemalige Strassenkinder in einem familiären Umfeld betreut und zur Schule geschickt. ROKPA INTERNATIONAL nimmt verwahrloste und/oder verwaiste Kinder nach sorgfältiger Prüfung ihrer individuellen Situation auf.

Das neue ROKPA-Kinderhaus bietet Platz für 80 Kinder und wurde im 2005 mit einer grossen Feier eröffnet.

Zu einigen Bildern von Momenten im ROKPA Kinderhaus


Eröffnungsfeierlichkeiten des neuen ROKPA Heims

Von Eric Leitner, ROKPA Österreich

Im März 2005 fanden die Feierlichkeiten zur Eröffnung des "Neuen ROKPA Kinderhauses" in Nepal statt. Zu diesem Zweck besuchte ich Kathmandu für zwei Wochen und nützte die Zeit auch, um in der Gassenküche mitzuarbeiten. In etwa zweijähriger Bauzeit wurde das neue Heim für Straßenkinder in unmittelbarer Nähe zum alten errichtet. Lea Wyler hatte die Vision ein freundliches, helles, lichtdurchflutetes Gebäude zu gestalten und das gelang den Planern. Zunächst wird man auf einem weiten Vorhof empfangen. Überall um das Gebäude sind Töpfe mit blühenden Blumen aufgestellt. Über den Dächern spannen sich die typischen bunten Fähnchen mit Wunschgebeten. Es ist schön anzusehen, wenn Hunderte blaue, gelbe, grüne, weiße und rote Fähnchen im Wind flattern.



Am wichtigsten aber sind natürlich die Bewohner - die Kinder und Jugendlichen. Sie waren äusserst freundlich und hilfsbereit. Ich war erstaunt, denn manche dieser Kinder lebten und bettelten noch vor kurzem auf den Strassen. ROKPA betreut nun im Heim fast 50 Kinder und 30 weitere könnten auf-genommen werden. Ein Traum wäre es, allen nach Schätzungen 25'000 in Kathmandu lebenden Strassenkindern eine solche Chance im Leben zu geben. Ohne Dach über dem Kopf, ohne Schutz und ohne Bildung sind die Möglichkeiten jedoch gering und der Weg in eine Zukunft auf der Strasse vorgezeichnet. Es ist notwendig zu helfen.

Schon Wochen vorher begannen die Proben für die Tänze und Gesänge, welche die Kinder für die Festlichkeiten darbringen sollten. Helfer bauten auf einem Platz gegenüber dem Kinderhaus ein Zelt auf. Der Begrüssung folgten verschiedene tibetische und nepalesische Tänze. Den Großteil gestalteten die Kinder, von denen einige tolle schauspielerische und tänzerische Fähigkeiten besitzen.



Lea Wyler erzählte von ihren ROKPA Anfängen in den frühen 80er Jahren. Sie erzählte auch von ihrem Traum, der mit dem Bau des Heimes nun Realität wurde - einen sicheren und liebevollen Ort für die Kinder von Kathmandu zu schaffen. Ein Geschenk an Nepal zu einer Zeit, in der dieses Land in großen Schwierigkeiten steckt und einige Hilfsorganisationen Projekte einstellen. Und sie spricht von ihrem Wunsch, viele solcher Orte in vielen Ländern der Welt zu errichten.



Als Höhepunkt der Aufführung sangen die ROKPA Kinder, die Frauen der Frauenwerkstatt -und einfach alle, die singen konnten - ein Lied für ROKPA, das den Dank und die Freude über dieses Haus und die 25 Jahre "Helfen, wo Hilfe gebraucht wird" zum Ausdruck brachte.

Am nächsten Tag verließ ich Nepal wieder, in Richtung Europa, in Richtung Wohlstand - um eine Erfahrung reicher, die mir dieses Land und ROKPA schenkte.

Der 25. Geburtstag von ROKPA INTERNATIONAL

Von Ani Tsultrim

Die Feierlichkeiten begannen mit einem grossartigen Fest an der heiligen Stätte Boudhanath, ganz nahe der berühmten alten "Stupa". Dr. Akong Rinpoche, der Gründer von ROKPA INTERNATIONAL, eröffnete das fünfstöckige Zweckgebäude, das neue ROKPA Kinderhaus, das in Zukunft 100 Strassenkindern Obdach gewähren wird.

Es war dies die Krönung der grossen Arbeit aller freiwilligen Mitarbeiter, aber besonders die der Arbeit von Lea Wyler, Vizepräsidentin von ROKPA INTERNATIONAL. Viele Menschen haben das nötige Geld gespendet für den Neubau den Lea Wyler dem Andenken an ihren Vater, dem Rechtsanwalt Dr. Veit Wyler, widmete. Gäste aus aller Welt, auch aus Afrika, Asien und Europa fanden sich zur Feier ein.

Für die Vorbereitungen zum Fest forderte Akong Rinpoche alle verfügbaren Volontäre die zu Besuch weilten zur Zusammenarbeit auf, damit das Gebäude rechtzeitig zur Eröffnung fertig gestellt werden konnte. Einige Leute aus unserer Gruppe wurden zum Reinigen der vorher gemieteten Unterkünfte eingeteilt, andere ordneten Bücher in der Bibliothek, beschrifteten Schlüssel, richteten den Laden ein, kauften Blumen, Flaggentücher und Flaggen, Bänder für die Eröffnungsfeier etc. Teppiche wurden gekauft oder geliehen durch einen der früheren Verwalter. Ein Reinigungsprogramm wurde erstellt damit im Hause Ordnung herrscht, denn es gibt jetzt Toiletten, Duschen und grosse Trinkwasserflaschen auf jedem Stockwerk. Auch die Treppen werden nun nach einem Plan regelmässig gereinigt. Zwei kleine Nischen in der Hofmauer wurden nach tibetische Art und Weise bemalt und dekoriert.

Ein Mitglied unserer Gruppe ist Arzt und war in der Klinik tätig. Er arbeitete an einem Bericht zur Verbesserung der Dienstleistungen and Arme und Kranke im nächsten Jahr. Gleichzeitig war er Tag und Nacht beschäftigt mit Personen aus unserer Gruppe die Verdauungsprobleme oder andere Schwierigkeiten hatten.

Jeden zweiten Tag setzten wir uns mit Akong Rinpoche und Lea zusammen um zu besprechen, was noch alles getan werden musste vor dem grossen Tag. Eine der letzten Arbeiten war das Ausebnen der näheren Umgebung damit ein grosses Vordach aufgestellt werden konnte. Das war wirklich eine beängstigende Aufgabe, aber innerhalb kurzer Zeit war jede Ecke gesäubert und die Kinder begannen sogar Fussball zu spielen auf dem sauberen Platz.

Endlich stand das Vordach und Fahnen schmückten das Haus rundum und flatterten im Morgenwind. In letzter Minute wurde das Datum auf der Kupferplatte korrigiert! Zusätzliche Blumentöpfe wurden bestellt und geliefert um damit die Gäste von der Hauptstrasse bis zum Eingangstor zum Kinderhaus willkommen zu heissen.



Gegenwärtig wohnen 43 Kinder im Hause. Jene nepalesischer Herkunft besuchen eine nepalesische Schule, die tibetischen Kinder erhalten tibetischen Unterricht. Es ist eine fröhliche, glückliche und dankbare Familie, man achtet sich gegenseitig und die älteren Kinder kümmern sich um die jüngeren Mitglieder.

Während der Öffnung der jährlichen Gassenküche, von Ende Dezember bis anfangs März, helfen sie die Mahlzeiten vorbereiten für die Armen. Aber wir möchten uns auch um die Not leidenden, alten Menschen kümmern die häufig krank sind und eine Unterkunft benötigen. Wir hoffen auch ihnen in Zukunft helfen zu können.



Wir wurden durch die Anwesenheit von einigen Vertretern von ROKPA INTERNATIONAL und dem lokalen Vertreter der Schweizer Regierung geehrt. Sie alle waren sehr beeindruckt vom Fortschritt den wir gemacht haben seit den bescheidenen Anfängen.

Einige der früheren Strassenkinder haben uns über ihre Erfahrungen berichtet und von den Bildungsmöglichkeiten die sie jetzt haben, dass sogar eine Ausbildung an der Universität im Bereiche des Möglichen liegt. Es gibt auch ein Ausbildungsprogramm für angehende Elektriker, Sanitärinstallateure oder Mechaniker und die Mädchen können wählen zwischen Nähen, Schneidern und dem Entwerfen von Artikeln für den Verkauf in unserer Frauen Werkstatt

Lea Wyler hat fünf Mädchen und fünf Knaben für eine Europa Tanz Tournée ausgewählt damit sie dort ROKPA INTERNATIONAL vertreten. Sie sind zwischen sieben und zwanzig Jahre alt und sind sehr erfolgreich in Deutschland, Italien und der Schweiz aufgetreten. Jetzt sind sie hier im vereinigten Königreich und beenden ihren Aufenthalt an den Festspielen in Edinburgh wo sie in den Medien grosse Aufmerksamkeit erregen und bei der Beurteilung 5 Sterne erhielten.

Wer immer ihnen begegnet liebt sie, sie sind ein grosses Vorbild für uns alle.



 
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